Was sind die häufigsten Nebenwirkungen der Krebsbehandlung und wie kann der Patient damit umgehen?

Der Schweregrad der Nebenwirkungen variiert oftmals sehr individuell. Er hängt unter anderem von der eingesetzten Chemotherapieform und deren Dosierung bzw. Applikationsweise ab.

Ein Teil der Nebenwirkungen ist auf die schädigenden Auswirkungen der Chemotherapie auf gesunde Körperzellen zurückzuführen. So werden beispielsweise die schnell wachsenden Zellen des Verdauungstraktes und des Knochenmarks, aber auch die Haarfollikel von der Chemotherapie angegriffen. Diese übt außerdem toxische Effekte auf Herz, Lungen, Nieren, Harnblase und das Nervensystem aus. Zu den häufigsten Nebenwirkungen der Krebsbehandlung gehören Müdigkeit, Erschöpfung, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Darmträgheit, Schmerzen und Haarverlust.

Wird der Haarausfall schon vor Beginn der Therapie als wahrscheinlich eingestuft, kann sich der Patient auf Wunsch vorab ein Rezept für künstlichen Haarersatz verschreiben lassen. Da keine bleibenden Schädigungen an den Haarzellen entstehen, wachsen die Haare nach Ende der Behandlung in der Regel problemlos nach.

Übelkeit und Erbrechen sind inzwischen mit gut wirksamen Antiemetika behandelbar. Diese werden üblicherweise bereits vorsorglich verabreicht, wenn zu erwarten ist, dass die eingeleitete Chemotherapie solche Nebenwirkungen hervorruft.

Der Erschöpfung und Müdigkeit lässt sich nicht, wie oft angenommen, durch Ruhe und Schonung entgegenwirken, sondern durch körperliche Betätigung.

Zu Beginn empfehlen sich kurze Spaziergänge, wobei die Patienten versuchen sollten, ihre Aktivitäten nach und nach zu steigern.

Eine große Unterstützung im Umgang mit den Nebenwirkungen bieten Familie und Freunde. Es empfiehlt sich, mit diesen Vertrauenspersonen offen über die Krebserkrankung und die damit verbundenen Probleme und Ängste zu reden. Auch Selbsthilfegruppen können sehr hilfreich im Kampf gegen den Krebs sein. Hier haben die Erkrankten die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und sich praktische Hilfe und Anregungen zu holen. Darüber hinaus profitieren viele Patienten von dem Gefühl, nicht alleine mit dieser Krankheit konfrontiert zu sein.